Belegärztlich stationäre und ambulante Operationen

HNO-Eingriffe bei Kindern

  • Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie, „Polypenentfernung“)

    Im Rachen hinter der Nase befindet sich die Nasenrachenmandel. Dabei handelt es sich – wie bei den bekannteren Gaumenmandeln – um lymphatisches Gewebe (also Gewebe des Immunsystems). Im Kindesalter kommt es im Rahmen der Reifung des Immunsystems oft zu einer erheblichen Vergrößerung der Nasenrachenmandel. Dann spricht man im Volksmund (histologisch nicht ganz korrekt) von „Polypen“ (Adenoide).


    Die vergrößerte Nasenrachenmandel kann durch das Volumen die Nasenatmung behindern und den Eingang zur sogenannten Tube, dem Verbindungsgang zum Mittelohr verlegen.


    Betroffene Kinder fallen oft durch eine betonte Mundatmung /einen offen stehenden Mund, Schnarchen, „ständig verrotzte Nase“, Mittelohr-/Paukenerüsse mit Verschlechterung des Hörvermögens und auch häufige Mittelohrentzündungen auf. 


    Bei über längere Zeit bestehenden Beschwerden wird die Entfernung der Nasenrachenmandel empfohlen.


    Dieser Eingriff erfolgt immer in Vollnarkose und ambulant, d. h. ohne stationäre Übernachtung im Krankenhaus.


    Da meistens die Probleme im Mittelohrbereich im Vordergrund stehen wird im gleichen Eingriff meist auch ein Schnitt ins Trommelfell gemacht (Parazentese) und bei Notwendigkeit ein Paukenröhrchen eingesetzt (s. u.).

  • Trommelfellschnitt (Parazentese) und Einlage von Paukenröhrchen (Paukendrainage)

    Ein Paukenerguss, also Sekret-Ansammlungen im Mittelohr (in der Paukenhöhle) entstehen meist durch eine sogenannte „Belüftungsstörung“, d.h. eine mangelhafter Luftbewegung/ Druckausgleich zwischen Nase und Mittelohr über die sogenannte Tube (Tuba auditiva Eustachii). Es kommt zur Sekretproduktion im Mittelohr, dem sogenannten Paukenerguss. Dieser kann einen flüssigen oder im Verlauf auch zäh-schleimigen Charakter haben. Die Sekret-Ansammlung behindert die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells, so dass das Hören eingeschränkt ist. Im Verlauf kann es auch zu einer bakteriellen Besiedlung und wiederholten Mittelohrentzündungen kommen. 


    Am häufigsten ist die Blockierung der Tube/Eustachischen Röhre im Kindesalter durch eine vergrößerte Rachenmandel (Adenoide Vegetationen, sog.„Polypen“), die im Nasenrachenraum den Eingang der Tube verlegt.


    Wenn konservative (also nicht-chirurgische) Maßnahmen keine Ausheilung des Paukenergusses erreichen, kann mit einem Schnitt in das Trommelfell (Parazentese) das Sekret abgeleitet werden. Da der Schnitt im Trommelfell meist nach wenigen Stunden/Tagen wieder verklebt, wird je nach Beschaffenheit des Sekrets bzw. der ursächlichen Vorgeschichte ein Paukenröhrchen eingelegt, um den Schnitt längerfristig offenzuhalten.


    Eine Parazentese/Paukenröhrchen-Einlage findet bei Kindern ggf. in Kombination mit einer Entfernung der vergrößerten Rachenmandel / Adenotomie (s. o.) in Vollnarkose ambulant statt.

  • Verkleinerung der Mandeln / Mandelteilentfernung (Tonsillotomie)

    Am Übergang von der Mundhöhle zum Rachen befinden sich links und rechts die Gaumenmandeln, im Volksmund auch nur "Mandeln" genannt. Wie schon bei den kindlichen "Polypen" beschrieben (s.o.), kommt es im Kindesalter im Rahmen der Reifung des Immunsystems oft zu einer erheblichen Vergrößerung dieses Mandelgewebes. Durch die Volumenzunahme wird der Rachen oft deutlich eingeengt.


    Das wiederum kann zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme und einem verstärkten Schnarchen führen, gelegentlich sogar zu Atemaussetzern während des Schlafes.


    Während man vor einigen Jahren auch bei Kindern in solchen Fällen eine vollständige Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) durchgeführt hat, ist man mittlerweile wieder zu einer schonenderen Methode zurückgekehrt, der Mandelverkleinerung (Tonsillotomie), früher sog. „Mandelkappung“.


    Dadurch bleibt das Organ als solches erhalten und der Atem- und Speiseweg wird wieder weiter.


    Eine Tonsillotomie kann meist ambulant ohne Übernachtung in der Klinik durchgeführt werden.

Nasen- und Nasennebenhöhlen-Operationen

  • Nasenscheidewand-OP und Nasenmuschelverkleinerung

    Bei einem verlegenden Schiefstand der Nasenscheidewand kann der nasale Atemweg / die Nasenhaupthöhle relevant eingeengt sein. Dadurch kommt es zu einer behinderten Nasenatmung. 


    Diese kann durch eine Begradigung der Nasenscheidewand (Septumplastik) behandelt werden. Dieser Eingriff erfolgt ausschließlich durch die Nase ohne Schnitte von außen oder im Gesicht.


    Die Begradigung der Nasenscheidewand wird fast immer mit einer Behandlung der Nasenschwellkörper, den sogenannten Nasenmuscheln kombiniert. Diese haben meist einen relevanten Anteil an der gestörten Nasenatmung.


    Die Nasenmuscheln werden durch Verödung der voluminösen Blutgefäße unter der Schleimhaut (mittels Radiofrequenz oder bipolarer Koagulation) zur Schrumpfung gebracht (Muschelkaustik) oder anteilig abgetragen (Konchotomie). In einigen Fällen reicht die Behandlung der Nasenmuscheln sogar aus und es kann auf eine Begradigung der Nasenscheidewand verzichtet werden.


    Die OP erfolgt in Vollnarkose. In Abhängigkeit vom Umfang des Eingriffes wird dieser entweder ambulant oder stationär durchgeführt, dann ggf. mit zwei Nächten in der Klinik.

  • Nasennebenhöhlen-Operation

    Wesentliche Ursache einer chronischen bzw. chronisch rezidivierenden (wiederholt auftretenden) Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sind anatomische Engen der natürlichen Zugänge zu den Nasennebenhöhlen. Durch diese mangelhafte Belüftung kommt es zum Sekretstau und einer Schwellung der Schleimhaut, die die Nasennebenhöhlen tapetenartig auskleidet. Das wiederum verstärkt die Einengung der Zugänge weiter, so dass die Erkrankung nicht ausheilen kann.


    Ziel der Nasenenebenhöhlenchirurgie ist eine Verbesserung der Anatomie durch eine gezielte Erweiterung der natürlichen Belüftungswege der Nasennebenhöhlen mit Entfernung krankhaft aufgetriebener Schleimhaut (Polypen u.a.).


    Der Eingriff erfolgt i. d. R. „minimal invasiv“, endoskopisch kontrolliert durch die Nase. Hierbei wird im Gegensatz zu früheren Techniken weniger radikal, sondern Schleimhaut-schonend operiert, um die Belüftung und natürliche Selbstreinigung der Nasennebenhöhlen wieder herzustellen (funktionell endoskopische Sinus-Chirurgie / FES).


    Mithilfe einer Computertomographie (CT) werden im Vorfeld die individuellen anatomischen Verhältnisse beurteilt und entschieden, welche Bereiche der Nasennebenhöhlen (Kieferhöhlen, Siebbein, Stirnhöhlen, Keilbeinhöhlen) operiert werden müssen. Bei besonderen anatomischen Verhältnissen können die CT-Daten für eine Unterstützung durch ein Navigationssystem während der Operation genutzt werden.


    Bei Patienten mit ausgedehnten Schleimhautwucherungen (Polypen) in den Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen muss bedacht werden, dass die Polypen zwar operativ entfernt werden sollten, die individuelle Veranlagung zur Bildung von Polypen aber nicht „wegoperiert“ werden kann. Eine Wiederkehr von Polypen ist dabei nicht ausgeschlossen. Eine feingewebliche Untersuchung des bei der Operation entnommenen Materials kann helfen, die Art der chronischen Schleimhauterkrankung genauer zu beurteilen und die Indikation für eine eventuell ergänzende medikamentöse Behandlung abzuschätzen.


    Nasennebenhöhlen-Operationen erfolgen in Vollnarkose. In der Regel ist ein stationärer Aufenthalt von zwei bis drei Nächten in der Klinik vorgesehen.

  • Korrektur der äußeren Nase (Rhinoplastik)

    siehe unten „Plastische Operationen“

Ohr-Operationen

  • Trommelfell-/ Mittelohr-Operation (Tympanoplastik):

    Löcher im Trommelfell (Trommelfellperforationen) können traumatisch oder auch durch eine chronische Entzündung des Mittelohres bedingt sein. In Abhängigkeit von Art, Umfang und Dauer der Entzündung kann es auch zum Abbau von Anteilen der Gehörknöchelchenkette (Hammer, Amboss, Steigbügel) kommen.


    Symptome sind neben einer Verschlechterung des Hörvermögens auf dem betroffenen Ohr auch ein wiederholter oder dauerhafter Sekretaustritt aus dem Ohr (Ohrenlaufen, Otorrhoe).


    Die Behandlung besteht in einer Rekonstruktion des Trommelfelles und/oder der Gehörknöchelchenkette, ggf. mit Einlage einer Prothese (Tympanoplastik) zum Schutz des Mittelohres und bestenfalls Wiederherstellung bzw. Verbesserung des Hörvermögens.


    Bei einer „Perlgeschwulst“ (sogenanntes Cholesteatom) steht primär eine Entfernung der Geschwulst bzw. der Knocheneiterung im Vordergrund mit anschließender Rekonstruktion des Trommelfelles und je nach Befund hörverbessernden Maßnahmen (ggf. auch erst in einem zweiten Schritt).


    Jede Ohr-Operation ist ein sehr individueller Eingriff, der erst nach Prüfung des Befundes und ggf. einer vorliegenden Hör- und Röntgendiagnostik erläutert und geplant werden kann.


    Tympanoplastik-Operationen finden i.d.R. in Vollnarkose statt, der Aufenthalt (ambulant/stationär) richtet sich nach dem Umfang des Eingriffs.

  • Stapesplastik / Otosklerose-Operation

    Bei der Otosklerose liegt eine knöcherne Fixierung des normalerweise beweglichen Steigbügels (Teil der Gehörknöchelchenkette) vor.


    Die Erkrankung macht sich durch eine meist fortschreitende Hörminderung auf dem bzw. den betroffenden Ohr(en) bemerkbar.


    Die Operation besteht in einer Untersuchung des Mittelohres und Überprüfung der Verdachtsdiagnose.


    Bestätigt sich eine knöchernere Fixierung des Steigbügels (Otosklerose), wird  Beweglichkeit der Gehörknöchelchenkette durch Einlage einer Steigbügelprothese wiederhergestellt.


    Diese sogenannte Stapesplastik findet i.d.R. in Vollnarkose statt. Da in den ersten Tagen nach der Operation eine höchstmögliche körperliche Schonung zur Einheilung der Prothese und Vermeidung einer Dislokation angeraten ist, wird ein zwei- bis dreitägiger stationärer Aufenthalt eingeplant.

  • Gehörgangs-Operation (Gehörgangsexostosen, Gehörgangscholesteatom)

    Bei Gehörgangsexostosen handelt es sich um gutartige Knochenwucherungen, welche je nach Ausmaß den Gehörgang einengen und dadurch die Selbstreinigung behindern können. Bei ausgeprägten Befunden kann es zu einer vollständigen Blockade des Gehörgangs durch verlegenden Ohrenschmalz und/oder wiederkehrende Gehörgangsentzündungen kommen.


    Bei entsprechenden Beschwerden erfolgt durch eine operative Abtragung der Knochenwucherungen eine Erweiterung des Gehörgangs.


    Bei einer Knocheneiterungen (sog. Gehörgangscholesteatom) erfolgt eine Entfernung des entzündlichen Gewebes und Abdeckung des gesunden Knochens


    Gehörgangs-Operationen finden i.d.R. in Vollnarkose statt. Der Aufenthalt (ambulant/stationär) richtet sich nach dem Umfang des Eingriffs.

  • Entfernung von Hauttumoren der Ohrmuschel

    Hauttumore i.B. der Ohrmuschel müssen hinsichtlich ihres Charakters feingeweblich (histologisch) abgeklärt werden.


    In Abhängigkeit vom Befund/Ausmaß erfolgt eine Biopsie oder vollständige Entfernung, ggf. mit primärem Wundverschluss oder zweizeitiger plastischer Deckung des Defektes.


    Hauttumor-Entfernungen können i.d.R. in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) ambulant erfolgen.

  • Trommelfellschnitt (Parazentese) und Einlage von Paukenröhrchen (Paukendrainage)

    Ein Paukenerguss, also Sekret-Ansammlungen im Mittelohr (in der Paukenhöhle) entstehen meist durch eine sogenannte „Belüftungsstörung“, d.h. eine mangelhafte Luftbewegung/Duckausgleich zwischen Nase und Mittelohr über die sogenannte Tube (Tuba auditiva Eustachii). Es kommt zur Sekretproduktion im Mittelohr, dem sogenannten Paukenerguss. Dieser kann einen flüssigen oder im Verlauf auch zäh-schleimigen Charakter haben. Die Sekret-Ansammlung behindert die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells, so dass das Hören eingeschränkt ist. Im Verlauf kann es auch zu bakterieller Besiedlung und wiederholten Mittelohrentzündungen kommen. 


    Am häufigsten ist die Blockierung der Tube/Eustachischen Röhre im Kindesalter durch eine vergrößerte Rachenmandel (Adenoide Vegetationen, sog.„Polypen“), die im Nasenrachenraum den Eingang der Tube verlegt.


    Aber auch im Erwachsenenalter können unterschiedliche Ursachen einen Paukenerguss bedingen, z.B. ein kräftiger Infekt oder chronische Erkrankungen der Nase und der Nasennebenhöhlen. Die Ursache eines Paukenergusses sollte immer fachärztlich abgeklärt werden.


    Wenn konservative (also nicht-chirurgische) Maßnahmen keine Ausheilung des Paukenergusses erreichen, kann mit einem Schnitt in das Trommelfell (Parazentese) das Sekret abgeleitet werden. Da der Schnitt im Trommelfell meist nach wenigen Stunden/Tagen wieder verklebt, wird je nach Beschaffenheit des Sekrets bzw. der ursächlichen Vorgeschichte ein Paukenröhrchen eingelegt, um den Schnitt offenzuhalten und einen Sekretabfluss längerfristig zu gewährleisten.


    Eine Parazentese/Paukenröhrchen-Einlage findet bei Kindern (ggf. in Kombination mit einer Entfernung der vergrößerten Rachenmandel / Adenotomie) in Vollnarkose und ambulant statt.


    Bei Erwachsenen ist der Eingriff i.d.R. in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) ambulant durchführbar.

  • Korrektur abstehender Ormuscheln (Otoklisis)

    sieh unten „Plastische Operationen“

Untersuchung von Schlund, Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre, ggf. mit Biopsie in Narkose 

  • Kehlkopfuntersuchung (Laryngoskopie)

    Fällt im Rahmen einer HNO-ärztlichen Untersuchung ein unklarer Befund am Kehlkopf (Kehldeckel, Taschenbänder, Stimmlippen) auf, so ist bei ausbleibender Besserung oft eine genauere Untersuchung in Narkose angezeigt.


    In Narkose kann unter Zuhilfenahme des OP-Mikroskopes der Kehlkopf genau betrachtet werden. Zudem können mit Mikroinstrumenten Gewebeproben zur histologischen Untersuchung genommen und kleine krankhafte Befund (Stimmbandpolypen, Zysten, Papillome u.a.) ggf. gleich vollständig entfernt werden. In ausgewiesenen Fällen kann ein Laser zur Abtragung genutzt werden.


    Das histologische Ergebnis liegt meist nach wenigen Tagen vor.


    Eine sogenannte Mikrolaryngoskopie findet meist ambulant statt. Selten ist in Abhängigkeit vom individuellen Befund und eventuellen Vorerkrankungen eine stationäre Überwachung  (dann meist für ein bis zwei Nächte) erforderlich.

  • Untersuchung von Schlund, Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre (Panendoskopie)

    Bei unklaren Schluckbeschwerden, anhaltender Heiserkeit und unsicheren Befunden im Bereich der oberen Atemwege kann eine Untersuchung dieser Bereiche in Narkose helfen, behandlungsbedürftige Befunde zu erkennen.


    Die Narkose macht es möglich auch Areale, Schleimhautfalten und Nischen gezielt einzusehen, die bei einer einfachen Untersuchung im Stuhl in der Praxis (auch bei besonders ausgeprägtem Würgerefelex) nicht vollständig oder sicher beurteilbar sind. 


    Zudem können Auffälligkeiten durch eine Gewebeprobe/Befundabtragung feingeweblich abgeklärt werden.


    Eine Panendoskopie in Narkose erfolgt i.d.R. ambulant. Selten ist in Abhängigkeit vom individuellen Befund und eventuellen Vorerkrankungen eine stationäre Überwachung  (meist für ein bis zwei Nächte) erforderlich.

Halschirurgie

  • Diagnostische Lymphknotenentfernung

    Vergrößerte Halslymphknoten können unterschiedliche Ursachen haben. Bei anhaltender oder gar zunehmender Vergrößerung ist eine genauere, feingewebliche Abklärung erforderlich.


    Hierfür wird ein Lymphknoten, eine Lymphknotengruppe oder auch nur Anteile eines Lymphknotens entnommen, um das Gewebe histopathologisch untersuchen zu können.


    Der Befund liegt meist nach wenigen Tagen vor.


    Eine Lymphknotenentfernung wird – ggf. mit gleichzeitiger Untersuchung der oberen Atem- und Schluckwege (Panendoskopie) – in Narkose durchgeführt. Der Eingriff kann meist ambulant durchgeführt werden. Selten ist in Abhängigkeit vom individuellen Befund und eventuellen Vorerkrankungen eine stationäre Überwachung  (dann meist für ein bis zwei Nächte) erforderlich.

  • Halszysten (laterale und mediane)

    Bilden sich bestimmte embryonale Strukturen (z.B. Gangsysteme aus der frühen Entwicklungsphase) nicht vollständig zurück, bleiben Hohlräume, die sich im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalter mit Sekret füllen können und erst dann plötzlich als sogenannte Halszysten bemerkt werden.


    Die Größe der Zysten kann je nach Flüssigkeitsgehalt schwanken.


    Je nach Lokalisation werden seitlichelaterale Halszysten von solchen in der Mittellinie (also an der Vorderseite des Halses), sogenannte mediane Halszysten unterschieden.


    Eine Entfernung der Zysten ist nicht immer zwingend erforderlich. Jedoch steigt mit zunehmender Dauer das Risiko einer Größenzunahme sowie einer Entzündung der Zysten, wodurch wiederum eine Entfernung erschwert werden kann.


    Da die mediane Halszyste i.d.R. mit dem Zungenbein, einem kleinen Knochen oberhalb des Kehlkopfes, fest verbunden ist, ist meist auch eine Teilentfernung dieses Knochens erforderlich, um ein späteres Wiederauftreten der Zyste möglichst zu vermeiden.

  • Operation der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis)

    Die Ohrspeicheldrüse produziert Speichel, welcher über ein Gangsystem in die Mundhöhle abgegeben wird. Der Name leitet sich aus der anatomischen Lage der Drüse ab, sie liegt jeweils rechts und links vor und unter dem Ohr.


    Bildet sich in der Drüse ein Knoten, sollte dieser mittels Bildgebung (Sonographie, MRT/CT) untersucht werden. 


    Derartige Knoten sind meist gutartiger Natur. Gelegentlich haben sie aber auch einen bösartigen Charakter. Daher wird eine feingewebliche Abklärung (Histologie) empfohlen.


    Durch Entfernung des Knotens, ggf. mit Anteilen der unmittelbar umgebenden Drüse (partielle Parotidektomie) kann das Gewebe histopathologisch detailliert  untersucht und der Charakter der Geschwulst bestimmt werden.


    Aufgrund der anatomischen Nähe der Drüse zum Gesichtsnerven (Nervus facialis) muss diesem bei einer Operation genaueste Aufmerksamkeit gewidmet werden, um einen dauerhaften Nervenschaden bestmöglich zu vermeiden.  Hierbei ist zum einen die Erfahrung des Operateurs im Umgang mit dem Gewebe als auch eine ständige apparative Überwachung des Nerven mittels sogenanntem Neuromonitoring von Bedeutung.


    Zur Ableitung von Wundsekret wird am Ende des Eingriffes eine Drainage eingelegt und ein Verband angelegt.


    Der Eingriff findet in Vollnarkose statt mit anschließend stationärer Überwachung. 


    Kann die Drainage in Abhängigkeit von der Menge des Wundsekrets nach zwei Tagen entfernt werden, erfolgt eine Entlassung in die ambulante Nachsorge.


    In manchen Fällen zeigt sich unmittelbar nach dem Eingriff oder auch mit einer gewissen Verzögerung eine Irritation des Gesichtsnerven durch die chirurgische Manipulation am Nerven, was sich durch eine abgeschwächte Bewegung der Gesichtsmuskulatur auf der entsprechenden Seite bemerkbar macht. In Abhängigkeit der Ausprägung wird ggf. eine Cortison-Medikation für einige Tage eingeleitet.


    Das histologische Ergebnis liegt in der Regel nach 7-10 Tagen vor.

  • Operation der Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis)

    Die Unterkieferspeicheldrüse liegt jeweils rechts und links in einem anatomischen Dreieck unterhalb des Unterkiefers und produziert Speichel, welcher über ein Gangsystem in die Mundhöhle abgegeben wird.


    Die Unterkieferspeicheldrüse neigt aufgrund anatomischer Gegebenheiten sowie wegen der Sekretbeschaffenheit gelegentlich zur Bildung von sogenannten Speichelsteinen (Sialolithiasis). Können diese nicht über den natürlichen Ausführungsgang abgehen bzw. interventionell geborgen werden, kann aufgrund von wiederholten Schwellungen, Verhärtungen oder auch Entzündungen der Drüse eine chirurgische Entfernung (Submandibulektomie) erforderlich sein.


    Auch Knoten/Tumore in der Unterkieferspeicheldrüse können eine solche Operation notwendig machen, um den Charakter (gutartig/bösartig) der Geschwulst  zu abzuklären.


    Am Ende des Eingriffs wird eine Wunddrainage eingelegt, um Wundsekret und eventuell kleinere Blutmengen abzuleiten.


    Aufgrund der anatomischen Nähe der Drüse zu verschiedenen Nervenstrukturen und Blutgefäßen ist eine entsprechende Erfahrung des Operateurs unerlässlich. Zudem werden während der Operation relevante Anteile des Gesichtsnerven (Mundwinkel-/Kinnast) mit Hilfe eines apparativen Neuromonitorings überwacht.


    Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose mit nachfolgend stationärer Überwachung.


    Sobald die Drainage in Abhängigkeit von der Menge des Wundsekrets entfernt werden kann (i.d.R nach etwa zwei Tagen), erfolgt eine Entlassung in die ambulante Nachsorge.


    In manchen Fällen zeigt sich durch die chirurgische Manipulation unmittelbar nach dem Eingriff oder auch mit einer gewissen Verzögerung eine Irritation des Unterkieferrand-Nerven, was sich durch eine abgeschwächte Bewegung des Mundwinkels auf der entsprechenden Seite bemerkbar machen kann. In Abhängigkeit der Ausprägung wird für einige Tage ggf. eine Cortison-Medikation eingeleitet. Eine Erholung der Funktion kann durch selbständige Bewegungsübungen unterstützt werden.

Plastische Operationen

  • Operatives Anlegen abstehender Ohren (Otoklisis)

    Angeborene Fehlstellungen des Ohrknorpels können zu einem deutlichen Abstehen der Ohrmuscheln (sog. „Segelohren“) führen.


    In der Regel resultiert daraus keine Störung der Hörfunktion, jedoch kommt es mitunter zu psychischen Belastungen durch Hänselein und Spott im Kindesalter.


    Bei Wunsch nach einer Korrektur zum Erreichen einer natürlichen und symmetrischen Kopfkontur kann eine chirurgische Anlegung der Ohrmuschel durchgeführt werden.


    Empfohlen wird ein derartiger Eingriff nach weitestgehendem Abschluss des Ohrmuschelwachstums, bestenfalls noch vor der Einschulung zwischen dem 5. und 6. Lebensjahr. Natürlich kann der Eingriff auch später erfolgen.


    Im Kindesalter werden die Kosten für eine Ohranlegeplastik meist von den Krankenkassen übernommen. Im Erwachsenenalter müssen die Kosten – wie für ästhetische/plastische Eingriffe üblich – in der Regel selbst getragen werden.


    Die Operation erfolgt bei Kindern in Vollnarkose und ist ambulant durchführbar.

  • Plastische Korrektur der äußeren Nase (Rhinoplastik)

    Die plastische Chirurgie der Nase (Rhinoplastik) ist ein etablierter chirurgischer Eingriff zur Veränderung der äußeren Nasenform und/oder zur Verbesserung der Nasenfunktion.


    Menschen, die eine Nasenkorrektur in Erwägung ziehen, haben unterschiedliche Beweggründe. Hierzu zählen angeborene Fehlbildungen, unfallbedingte Veränderungen, altersbedingte Veränderungen sowie funktionelle Einschränkungen der Nasenatmung.


    Ziel des Eingriffs kann eine Harmonisierung der Gesichtszüge und/oder eine Verbesserung der Nasenatmung sein. Ein bestimmtes ästhetisches Ergebnis kann jedoch nicht garantiert werden.


    Eine Rhinoplastik kann grundsätzlich in verschiedenen Altersgruppen durchgeführt werden. Bei jüngeren Patienten sollte das Wachstum der Nase in der Regel abgeschlossen sein (meist ab etwa dem 16. Lebensjahr).


    Die Eignung für den Eingriff ist stets individuell zu beurteilen und hängt unter anderem vom allgemeinen Gesundheitszustand, von anatomischen Gegebenheiten sowie von der Hautbeschaffenheit ab.


    Trotz sorgfältiger Planung und Durchführung kann das Operationsergebnis variieren.


    Im Rahmen eines persönlichen Aufklärungsgesprächs werden die medizinische Notwendigkeit, die individuellen Möglichkeiten und die Grenzen des Eingriffs ausführlich besprochen. Dabei werden auch die entsprechenden Erwartungen an den Eingriff erörtert.


    Fotodokumentationen können zur Planung und Veranschaulichung dienen, stellen jedoch keine verbindliche Vorschau auf das spätere Ergebnis dar.


    Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose. 


    Je nach Befund wird die Operation über einen geschlossenen (endonasal) oder offenen Zugang durchgeführt.


    Während der Operation werden knöcherne, knorpelige und weichteilige Strukturen der Nase verändert. Art und Umfang der Maßnahmen richten sich nach den individuellen anatomischen Voraussetzungen.


    Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen allgemeine und spezifische Risiken, über die Sie im persönlichen Gespräch ausführlich aufgeklärt werden.


    Nach dem Eingriff erfolgt in der Regel eine ein- bis dreitägige stationäre Überwachung. Es schließt sich eine ambulante Nachsorge an.


    Wir führen die ästhetischen Operationen der Nase in Zusammenarbeit mit Herrn Professor Dr. med. Kaschke durch, der auf diesem Gebiet national und international als ausgewiesener Experte gilt.